Kroatien; 25.-28.06.2018

Kroatien, 25.06.2018; Tag 02; Tageskilometer: 339; Kilometerstand: 1.050

Kaum in Slowenien drin, ging es schon wieder raus. Unser Ford „Gehard“ schnurrt wie ein Bienchen, der Meister aus Münchenroda hat ganze Arbeit geleistet. DANKE OLAF!!! Wir reiten in Zagreb ein und finden mit der drei Tage vor der Reise entdeckten SmartphoneAPP umgehend das Restaurant „Ballon“, in dem Horst sein Spezi Franjo auf uns wartet. Es gibt einen riesigen kroatischen Grillteller und viele Geschichten von Franjo seinem Land und seinen Leuten. Interessant ist auch deren Sicht auf den deutschen Fußball und die Mannschaft. Die wäre wie ein Dieselmotor, der stotternd anfängt zu laufen. Wenn er aber läuft, kann ihn nichts mehr aufhalten… Nicht nur das vulkanische Dessert werden wir lange in Erinnerung behalten. Hvala Franjo. Hvala!

Es ist Montag, für die Kroaten endet ein verlängertes Wochenende, heute war ihr Nationalfeiertag. Morgen müssen alle auf Arbeit und nun fahren sie wieder vom Meer Richtung Zagreb. Wir haben Glück, dass wir uns wieder mal gegen die Strömung bewegen. Wir fahren noch ein kleines Stück Autobahn und dann geht es über Landstraßen zum Nationalpark Plitvicer Seen.
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Auf einem wunderschönen Campingplatz am Rande der Wasserfälle bauen wir zum ersten Mal nach langer Zeit unser Zelt „Rudi“ wieder auf. Das ist schon eine Ansage, wenn man so einen mächtigen Wigwam in den Campground stellt. Sowohl für die Bergzeltbewohner als auch für die Wohnmobilisten sind wir wegen Zelt Rudi, wegen Ford Gerhard und natürlich und vor allem wegen Hoffi ein Hingucker.

Kroatien, 25.06.2018; Tag 03; Ford Gerhard steht, wir wandern

Zwergengeburtstag. Was hat unser Zwerg für ein Glück. Leute wie ich sitzen im November auf nebligen eiskalten deutschen Terrassen und versuchen mit irgendwelchen Lagerfeuern beim Kesselgoulasch die Kälte zu vertreiben. Die Queen in England verlegt ihren Geburtstag extra in den Sommer. Und unser Zwerg? Mindestens aller fünf Jahre hat er eine absolut geile Location und paar Freunde um sich, wo sich der Rest einfach von selber fügt. Diesmal war es so, dass der Smutje gegen acht damit begann, Rührei zuzubereiten, ohne den restlichen Tagesablauf zu kennen. Der begann allerdings damit, um neun Uhr den Bus zu den Wasserfällen erreichen zu müssen. Weder die Kameraden, die dem Zwergen seinem Frühsport folgten, noch die, die das Frühstück konsumierten, erreichten entspannt den Bus. Aber letztlich waren alle pünktliche an Bord.
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Wir fuhren zum Gate und starteten eine 5 Kilometer lange Wanderung. Die Landschaft wunderbar. Wasserfälle an jeder Ecke, es rauscht und gurgelt allerorten. Das Ambiente umstritten. Man wandert im Gänsemarsch. Eingeklemmt in polnischen Kinderferienlagergruppen. Hat man die überholt, steckt man in japanischen Stockenten fest. Also schlitzäugige japanischen Frauen mit zwei Skistöcken, die mitten im Sommer und ohne Skier versuchen, sich auf den Holzstegen vorwärts zu bewegen und dabei deren gesamte Breite benötigen. Dazwischen deren Männer, welche mit langen Selfiestöckern um sich fuchteln. Meine Frau und ich vorm Wasserfall Nummer Eins. Wir beide vorm Wasserfall Nummer Zwei. Jeder und jede will aber ihr eigenes Foto vor jedem Wasserfall machen und davon gibt es viele. Die Besucher stauen sich…
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Wie auch immer hat jeder von uns hat sich inmitten vom Gänsemarsch mehr oder weniger schnell vorwärts bewegt. Getroffen haben wir uns im „GlasBierFachgeschäft“, wo die eigentlichen Feierlichkeiten Ihren Lauf nahmen. Letztlich mieteten wir zwei Paddelboote und entdeckten eine bisher völlig unbekannte Insel inmitten des Nationalparks. Wir nahmen sie in Besitz und tauften sie zur Feier des Tages „Zwergeninsel“. Kurzes Nacktbaden am neu entdeckten Hotspot führte zu großem Aufruhr innerhalb der vorbeifahrenden Touristenkutter. Baden im Nationalpark ist sowieso verboten, auf Nacktbaden steht wohl die Todesstrafe. In deren Erwartung geben wir heimlich die Paddelboote ab und flüchteten zurück zu unserem genialen Campground. Dort bekamen wir glücklicherweise Asyl und machten zur Feier des Tages mal was völlig außergewöhnliches. Mitten in Kroatien schauten wir dem Spiel der Kroaten bei der Fußball-WM zu. Die werden Gruppenerster und das ist schließlich nicht so einfach…

27.06.2018, Tag 04; Jasenovo Camping, Adria, Kroatien; Tageskilometer: 211, Gesamt: 1.261

Eigentlich haben wir heute nur eine Aufgabe, das nachmittägliche Spiel der „Mannschaft“ in einem schönen Ambiente zu schauen. Wir räumen den traumhaft schönen und klinisch reinen Campingplatz, welcher nichts, aber auch gar nichts mit den Plätzen gleichen Namens gemein hat, die wir zu Ostzeiten erleben mußten. Wir machen uns auf den Weg zur Adria-Küste, liegen sehr gut in der Zeit und machen deshalb kurzen Boxenstopp in Sibenik. Vor vielen Jahren war ich schon mal hier und immer noch begeistert das Zentrum des Städtchens. Abseits des Touristenrummels fanden wir ein schattiges Plätzchen unterm Lindenbaum einer schönen Schenke und ließen uns diverse Gerichte nach Art des Hauses schmecken.
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Gut gestärkt ging es auf die Suche nach dem passenden Wohnzimmer für das WM-Spiel. Jasenovo Camping direkt an der Adria hatte alles zu bieten. Platz für Zelt „Rudi“ und Ford „Gerhard“, großen TV, kaltes Bier, Adriablick, es war angerichtet. Dann kam die „Mannschaft“ und hatte nichts zu bieten keine Führung, keine Leader, kein Mut, kein Mannschaftsgeist, kein Spirit. Weniger als nichts. Enttäuschend und desillusionierend. Fazit: Hinrichtung durch Südkorea. Idee für unsere anderen Weltreisefreunde Blues und Jan, die sich just im Moment in Südkorea aufhalten…lasst euch für das Geschenk an Südkorea fürstlich einladen und zollt ihnen Respekt.
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Was bleibt, wenn man alles über den Fußballplatz hinaus denkt? Eine Truppe absolut erfahrener Profis, die vermeintlich schon alles erreicht haben, glaubten daran, dass schon alles wieder von ganz allein werden wird, wie immer. Wir registrieren das sehr genau und achten darauf, dass es uns, wenn auch in völlig anderer Situation, nicht auch so ergeht…
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28.06.2018, Tag 05; Jasenovo Camping, Adria, Kroatien

Kurz nach dem Aufstehen stellt sich heraus, dass wir alle schlecht geschlafen hatten. Jeder hatte einen Alptraum. Schließlich stellte sich heraus, dass wir alle den gleichen Traum hatten. Dann bemerkten wir, dass es gar kein Alptraum war. Die „Mannschaft“ war verdient als Gruppenletzter ausgeschieden und packte wahrscheinlich genau zu dieser Zeit die Koffer, um in den wohlverdienten Urlaub zu fahren. Hoffentlich gelingt es ihnen, das Trauma der jugendsportschulmäßigen Unterkunft in Valutinki zu verkraften. Die türkisch präsidial geprägten unter ihnen werden wir ja in Kürze in deren wahren Heimat in Istanbul bei ihrem von ihnen verehrten A-loch sehen. Da sind sie wenigsten unter sich…
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Wir machten es wie die „Mannschaft“, wir machten Urlaub. Am sonnigen Adriastrand. Auch Ford „Gerhard“ machte Pause und musste sich heute mal keinen Kilometer bewegen. Gegen Mittag schlug der Urlaub dann in hochemotionalen Stress für alle Beteiligten um. Ein Doppelkopf Tournier mitten am Adriastrand ließ die Emotionen hoch kochen. Der Grat zwischen grenzenlosem Jubel auf der einen und fluchenden Verwünschungen auf der anderen Seite ist äußerst schmal. Und er wechselt von Partie zu Partie. Am Ende des Tages wurde ich kroatischer Doppelkopfmeister. Und dass, obwohl der Zwerg geschrieben hat. Alles in allem ein außergewöhnliches Ergebnis.
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Der Tag endete in einer nicht weit entfernten Pizzabäckerei. Hier wurden nun Tipps gemacht, wer von den in Russland verbliebenen denn nun Weltmeister werden würde. Aussichtsreichste Kandidaten sind nach unserer Kampfabstimmung Belgien, Kroation, Brasilien und Katrin Müller-Hohenstein.

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